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Metalltechnikausbildung mit „steel“

Bereits seit Generationen gilt Böhler weltweit als Synonym für Edelstahl höchster Qualität. Dahinter standen und stehen immer Menschen, die bereit sind, mehr zu geben. Ein wesentlicher Erfolgsgarant des Unternehmens sind top-ausgebildete Fachtechniker. Als größter Lehrlingsausbilder in der Steiermark stellt sich das Unternehmen den heutigen Herausforderungen und ist bestrebt, den Lehrlingen die beste Ausbildung zu ermöglichen.

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Seit einigen Jahren verfolgt Böhler ein ambitioniertes Ausbildungsprogramm zum Thema „Industrie 4.0“, um Jugendliche schon während ihrer Lehre mit den Technologien von morgen vertraut zu machen.

Seit einigen Jahren verfolgt Böhler ein ambitioniertes Ausbildungsprogramm...

Die Ausbildung von Lehrlingen hat bei Böhler eine lange Tradition. Bereits im Jahre 1928 wurde mit der Ausbildung von Lehrlingen begonnen. Stolz blickt Böhler darauf zurück, dass es bis heute den Bedarf an Fachtechnikern überwiegend mit der eigenen Lehrlingsausbildung abdecken konnte. Im modernen Böhler Ausbildungszentrum in Kapfenberg werden die zukünftigen Fachkräfte von Böhler Edelstahl und dem Schwesterunternehmen Böhler Aerospace gemeinsam ausgebildet. Die digitalen Kompetenzen der Auszubildenden zu fördern, ist das Ziel der Kooperation mit der FH Technikum Wien.

Projekt – Highlight: Die digitale Lernfabrik

Die Idee hinter dem Projekt mit der FH Technikum Wien ist, allen Lehrlingen im dritten Lehrjahr die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 näherzubringen. Die Professoren der FH Technikum Wien, Corinna Engelhardt-Nowitzki und Erich Markl, stellen dabei gleich zu Beginn des Projekts das Produkt vor, welches die Lehrlinge in der selbst entwickelten Fabrik fertigen sollen. Über die gesamte Dauer von zwei Wochen werden sie dann von Studierenden betreut, die als Coaches und Robotik-Experten agieren. So vermitteln sie den Lehrlingen wesentliche Inhalte zum Thema Industrie 4.0 und Robotik.

Das Prozedere hin zum Produkt

„In der „Miniaturfabrik“ wird ein Werkstück aus Kunststoff- und Metallteilen hergestellt, dessen Teile in einer Streichholzschachtel zu kommissionieren sind. Alle Abläufe sind denen einer Industrie 4.0-Fertigung sehr ähnlich, aber eben „nur“ im Kleinformat“, informiert Ausbildungsleiter Richard Vadlja über die Kooperation. Weiter erklärt er: „Das Gesamtprojekt
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Neben einem 3D-Drucker ist auch ein eigener Schulungsroboter fixer Bestandteil der Ausbildung.

Neben einem 3D-Drucker ist auch ein eigener Schulungsroboter fixer Bestandteil...

lässt sich rasch überblicken und bauen: Die rund 60 Lehrlinge werden in zwei Gruppen aufgeteilt. An sieben oder acht Stationen arbeiten dann je vier bis fünf Lehrlinge eigenständig. Jedes Team bekommt dazu eine fixe Aufgabenstellung, die skizziert sogar auf eine DIN-A4-Seite passt. Beispielsweise wird ein Team einen Roboter oder eine Produktionsstation prototypisch bauen und konfigurieren, die 3D-gedruckte Kunststoffteile von Metallschrauben und -muttern trennt. Ein anderes Team kümmert sich etwa um den Transport zum nächsten Bearbeitungsschritt.“ Insgesamt erlauben es die verfügbaren Materialien und Werkzeuge der FH Technikum Wien, kleine Robotersteuerungen zu entwickeln und aus 3D-gedruckten Einzelkomponenten gefertigte Roboter inkl. der zugehörigen Greifer, Antriebe etc. zu bauen.

Intensive Workshop-Wochen

Coaching-Sessions, kleinere Unterrichtseinheiten und Abstimmungstreffen unterbrechen die intensive Arbeit, um die komplexen Lehrinhalte bei den Lehrlingen zu festigen. Zum Schluss haben die Lehrlinge gemeinsam mit den Studierenden einen funktionsfähigen Prototyp hergestellt und sind stolz, diesen der Geschäftsführung präsentieren zu dürfen.

Die gebaute Miniaturfabrik ist nicht perfekt, aber darauf kommt es bei diesem Projekt auch nicht an. Es geht um den Lerneffekt und um die Zusammenarbeit im Team. Spielerisch und hautnah zeigt das Projekt, wie eine digitale Fabrik funktioniert, welche Fragestellungen in der digitalen Fertigung zu berücksichtigen sind, mit welchen Problemen zu rechnen ist und welche Lösungsansätze
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Die digitalen Kompetenzen der Auszubildenden zu fördern ist das Ziel des Projektes „Digitale Lernfabrik“, bei dem 60 Lehrlinge gemeinsam mit Studenten der FH Technikum Wien eine digitale Miniaturfabrik realisieren.

Die digitalen Kompetenzen der Auszubildenden zu fördern ist das Ziel des Projektes...

und Methoden hilfreich sind. „Die Kreativität unserer hellen Köpfe wird bei diesem Projekt proaktiv gefördert“, ist der Ausbildungsleiter vom Projekt mit digitalem Fokus überzeugt.

Mutschmiede – Gemeinsam Mut schöpfen!

Neben neuesten Technologien und der Digitalisierung achtet das Ausbildungszentrum in Kapfenberg auch auf das Wohlbefinden seiner Lehrlinge. Haben Jugendliche Probleme, die sie nicht allein lösen können, steht ihnen auf Wunsch das Expertenteam „Mutschmiede“ mit Rat und Tat zur Seite. Die Mutschmiede ist ein Netzwerk aus hoch qualifizierten Coaches, Psychologen, Ärzten und Pädagogen, das auch bei außerbetrieblichen Problemen, wie mit dem Partner, der Familie, den Freunden oder bei Arbeitsstress hilft. Ein Anruf genügt und der Lehrling bekommt anonym und unbürokratisch Hilfe. „Manchen fällt es einfach schwerer, über Probleme wie Mobbing zu sprechen oder sich zu outen. Die Mutschmiede nimmt viel Druck von den Schultern der Jugendlichen und kostet weniger Überwindung. Vor allem in der Weihnachtszeit werden die Dienste häufig in Anspruch genommen“, sind die Verantwortlichen des Ausbildungszentrums in Kapfenberg von der Sinnhaftigkeit dieser seit 2016 für Lehrlinge kostenlos zur Verfügung stehenden Einrichtung überzeugt. „Mit dieser Initiative haben wir eine Möglichkeit der Hilfestellung abseits von zu Hause und einen wertneutralen Zufluchtsort geschaffen, den Jugendliche manchmal brauchen und auch gerne annehmen“, meint Richard Vadlja abschließend.

Böhler ist ein Unternehmen, in dem jeder seinen Platz und seine Verantwortung hat. Die gemeinsamen Visionen, Missionen und Werte verbinden und
stärken den Zusammenhalt, wobei Leistungsbereitschaft, Vertrauen und Einsatz zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren zählen. Um den hohen Qualitätsansprüchen der Kunden auch weiterhin gerecht zu werden, baut Böhler auch in Zukunft auf top-ausgebildete Fachtechniker, die ihr Potenzial und Engagement im Unternehmen einbringen und weiterentwickeln.

Seit einigen Jahren verfolgt Böhler ein ambitioniertes Ausbildungsprogramm zum Thema „Industrie 4.0“, um Jugendliche schon während ihrer Lehre mit den Technologien von morgen vertraut zu machen.
Neben einem 3D-Drucker ist auch ein eigener Schulungsroboter fixer Bestandteil der Ausbildung.
Die digitalen Kompetenzen der Auszubildenden zu fördern ist das Ziel des Projektes „Digitale Lernfabrik“, bei dem 60 Lehrlinge gemeinsam mit Studenten der FH Technikum Wien eine digitale Miniaturfabrik realisieren.



Im Gespräch

/xtredimg/2018/Metalltechnik/Ausgabe255/16279/web/Marco_Kern.jpgInterview mit Marco Kern, besten Europäer im Bereich CNC-Drehen bei den WorldSkills 2017
Wir konnten mit Marco Kern, dem besten Europäer im Bereich CNC-Drehen, über die WorldSkills, die intensive Vorbereitungsphase sowie die größten Herausforderungen des besonderen Projekts sprechen.
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